{"id":2711,"date":"2020-10-21T10:17:59","date_gmt":"2020-10-21T10:17:59","guid":{"rendered":"https:\/\/ortho-orofacial.com\/?p=2711"},"modified":"2020-10-21T10:17:59","modified_gmt":"2020-10-21T10:17:59","slug":"the-new-normal","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ortho-orofacial.com\/en\/the-new-normal\/","title":{"rendered":"The new normal"},"content":{"rendered":"<h3>Ein Gespr\u00e4ch mit Stavros Avgerinos<\/h3>\n<p><em>(ver\u00f6ffentlicht im <\/em>ORTHO<em>forum 2020)<\/em><\/p>\n<p>Die Pandemie beherrscht die Situation in unserem Land seit \u00fcber einem halben Jahr. War die erste Phase noch durch Schock, Sorge und vielleicht auch Aktionismus gepr\u00e4gt, findet sich unser Land nun in einer \u201eneuen Normalit\u00e4t\u201c wieder. Diese betrifft auch das \u201eMekka\u201c der Dentalindustrie, die IDS. Wird es im M\u00e4rz 2021 m\u00f6glich sein, die \u201eGlobale Leitmesse der Dentalindustrie\u201c durchzuf\u00fchren? Und wenn, wie? Hier\u00fcber und \u00fcber viele weitere Auswirkungen der Pandemie sprachen wir mit Stavros Avgerions \u2013 Zahnarzt, Sportzahnarzt, Mitglied des Corona-Krisenstabes der Stadt Oberhausen und Ehrenpr\u00e4sident der Deutschen Gesellschaft f\u00fcr Sportzahnmedizin (DGSZM).<\/p>\n<p><span style=\"color: #61003a;\"><em><strong>ORTHOforum: Lieber Herr Avgerinos, Sie haben die Pandemie-Situation der vergangenen Monate aus mehreren Perspektiven wahrgenommen, teils auch \u201ehautnah\u201c. Nehmen Sie uns doch bitte mit, wie erlebten Sie das letzte halbe Jahr?<\/strong><\/em><\/span><\/p>\n<p><strong>Stavros Avgerinos:<\/strong> Um genau zu sein, begann mein pers\u00f6nliches \u201eCorona-Erlebnis\u201c in der letzten Januarwoche dieses Jahres und damit vor ca. acht Monaten. Es war der Beginn der Phase der \u201eSelbst\u00fcbersch\u00e4tzung\u201c. Aus Politikkreisen fielen S\u00e4tze wie: \u201eWir sind gut vorbereitet\u201c und \u201ewir haben Pl\u00e4ne in der Schublade\u201c. Man scheute sich aus dem Gesundheitsministerium auch nicht, Vergleiche mit \u201eder Grippe\u201c anzustrengen und von \u201eim Vergleich milden Krankheitsverl\u00e4ufen\u201c zu sprechen. Eine retrospektive Beurteilung solcher Aussagen mag gleicherma\u00dfen besch\u00e4mend wie unfair sein, Fakt ist jedoch, dass sie mir und einigen anderen Menschen das Vertrauen in das Krisenmanagement seitens der verantwortlichen Stellen genommen hat. Meine erste und f\u00fcr lange Zeit wohl preiswerteste Gro\u00dfbestellung an pers\u00f6nlicher Schutzausr\u00fcstung f\u00fcr Praxis- und Privatverwendung ging am 29. Januar raus.<\/p>\n<p>Die Entwicklungen der folgenden Monate sind uns allen bekannt. Die n\u00e4chste Eskalationsstufe wurde erreicht: Die \u201ePIA-Phase\u201c, wobei diese Buchstabenkombination als Akronym aus Panik, Irrationalit\u00e4t und Aktionismus zu verstehen ist.<\/p>\n<p>Unreflektierte Verbreitung von angeblichen Fakten sowie widerspr\u00fcchliche Aussagen von Wissenschaftlern, Politikern und Standesvertretern f\u00fchrten zu Hamsterk\u00e4ufen, Lieferengp\u00e4ssen und tragischerweise auch zu Schlie\u00dfungen von Zahnarztpraxen. Wenn ich diesem Wahnsinn etwas Positives abgewinnen will, dann die hervorragende Arbeit mancher Kollegen, wie z.B. der Br\u00fcder Markus und Matthias Tr\u00f6ltzsch aus Ansbach, die schon sehr fr\u00fch im COVID-19 Kontext auf Vernunft, Recherche und Evidenz setzten. Mit Markus waren wir zu dieser Zeit \u00fcber unsere gemeinsame Dozentent\u00e4tigkeit in der DGSZM in regelm\u00e4\u00dfigem Austausch. Die Schlussfolgerung nach Auswertung hunderter relevanter Studien entsprach wie so oft dem Ergebnis logischen Denkens: Wir Zahn\u00e4rzte haben die Verpflichtung, in unseren Praxen s\u00e4mtliche zahnmedizinisch notwendigen Behandlungen durchzuf\u00fchren und erf\u00fcllen durch unser Wissen und unser trainiertes Immunsystem die daf\u00fcr notwendigen Voraussetzungen.<\/p>\n<p>Es gibt keinen wissenschaftlichen Zweifel daran, dass unser Berufsstand durch Prophylaxe und Behandlung immunphysiologisch relevanter Erkrankungen der Mundh\u00f6hle \u2013 insbesondere in Pandemiezeiten \u2013 eine wichtige Rolle f\u00fcr die Erhaltung der allgemeinen Gesundheit der Bev\u00f6lkerung spielt.<\/p>\n<p>Diese Erkenntnisse und die mehrj\u00e4hrige Praxiserfahrung an der \u201eAerosol-Front\u201c als praktizierender Zahnarzt pr\u00e4gen auch meine Arbeit im Krisenstab der Stadt Oberhausen. So war es mir sehr wichtig, schon sehr fr\u00fch auf die fl\u00e4chendeckende Anwendung von Mund-Nasen-Schutz hinzuwirken oder daf\u00fcr zu sorgen, dass in den Zeiten der Lieferengp\u00e4sse auch Zahn\u00e4rzte, Kieferorthop\u00e4den und Kieferchirurgen durch die Feuerwehr mit PSA und Desinfektionsmittel versorgt werden.<\/p>\n<p><span style=\"color: #61003a;\"><em><strong>Kommen wir auf heute \u2013 und morgen \u2013 zu sprechen: Wie beurteilen Sie die aktuelle Situation, die Einschr\u00e4nkungen \u2013 und wagen Sie eine Prognose zur weiteren Entwicklung?<\/strong><\/em><\/span><\/p>\n<p><strong>Avgerinos:<\/strong> Aktuell befinden wir uns in der dritten Phase, ich nenne sie die \u201ePhase der doppelten Erkenntnis\u201c. Wir haben begonnen, die Fehler der ersten Phasen zu erkennen und auch zu korrigieren. In Bereichen, in denen \u00fcberreagiert wurde, wird gelockert, in anderen Bereichen werden die Ma\u00dfnahmen noch versch\u00e4rft. Kennzahlen wie die 7-Tage-Inzidenz oder der R-Wert werden genauer ermittelt und die Umsetzung der Ma\u00dfnahmen der Coronaschutzverordnung wird regional danach ausgerichtet.<\/p>\n<p>Ein Lernprozess hat eingesetzt, und gro\u00dfe Teile der Bev\u00f6lkerung in Deutschland haben mittlerweile eine vern\u00fcnftige \u201eCOVID-19-Routine\u201c entwickelt. Dies ist die erste Erkenntnis.<\/p>\n<p>Allerdings gibt es auch einen Teil der Bev\u00f6lkerung, der sein Vertrauen in unsere staatlichen Strukturen verloren hat oder es nie hatte. Der Anteil dieser Menschen an der Gesamtbev\u00f6lkerung ist meiner Ansicht nach die entscheidende Kennzahl f\u00fcr den Erfolg oder das Scheitern unserer Bem\u00fchungen im Umgang mit SARS-CoV-2. Je geschlossener eine Gesellschaft sich diesem Virus entgegenstellt, desto chancenloser ist dieses. Wir wissen z.B., dass bei der Anwendung des \u201eCommunity-Mund-Nasen-Schutzes\u201c nicht der Selbstschutz, sondern der Schutz der Mitmenschen f\u00fcr die Effektivit\u00e4t dieser Infektionsschutzma\u00dfnahme entscheidend ist.<\/p>\n<p>Die zweite Erkenntnis ist somit, dass Virologen und Epidemiologen alleine COVID-19 nicht stoppen k\u00f6nnen. Es ist vielmehr eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die nur zusammen mit einem Gro\u00dfteil der Menschen zu l\u00f6sen ist, die wir aktuell noch als \u201eVerschw\u00f6rungstheoretiker\u201c oder abf\u00e4llig z.B. als \u201eAluhutspinner\u201c bezeichnen. Einen Gro\u00dfteil dieser \u201eSystemkritiker\u201c haben wir in den ersten zwei Phasen der Pandemiebew\u00e4ltigung selbst erschaffen. Es liegt wiederum an uns, das Vertrauen dieser Menschen wieder zu gewinnen.<\/p>\n<p>Sie fragen ob ich eine Prognose wage. Ich wage es, offen zuzugeben, dass ich es nicht wei\u00df. Ich wei\u00df nicht, ob und wann es eine Impfung oder eine effektive Medikation gegen SARS-COV-2 geben wird. Ich wei\u00df nicht, ob Herdenimmunit\u00e4t die L\u00f6sung ist oder ob COVID-19 \u00fcber Nacht aus unerkl\u00e4rlichen Gr\u00fcnden verschwindet. Ich wei\u00df nur, dass alles eintreten k\u00f6nnte bis hin zum Worst-Case-Szenario einer Mutation mit einer Erh\u00f6hung von Virulenz und\/oder Letalit\u00e4t. Das ist meine ehrliche Meinung und ich w\u00fcrde mir w\u00fcnschen, dass auch Wissenschaft und Politik diesbez\u00fcglich nur gesicherte Aussagen treffen w\u00fcrden, ohne Vermutungen auszusprechen, wann, was, vielleicht oder hoffentlich die Pandemie beendet. Die Menschen haben ein Recht darauf, zu wissen, dass es durchaus sein kann, dass wir auf unabsehbare Zeit mit diesem Virus leben m\u00fcssen, ohne \u00fcber einen Impfstoff zu verf\u00fcgen.<\/p>\n<p><span style=\"color: #61003a;\"><em><strong>Im M\u00e4rz 2021 erwartet uns \u2013 Stand heute \u2013 die IDS in K\u00f6ln. W\u00e4hrend der vergangenen Wochen mehrten sich die Absagen gro\u00dfer Aussteller, andererseits formierten sich unter dem #proIDS2021 auch einige Unternehmen, die f\u00fcr eine Durchf\u00fchrung pl\u00e4dieren. Der Veranstalter lie\u00df zuletzt verlauten, eine \u201eHybrid-L\u00f6sung\u201c anzustreben \u2013 gerade auch f\u00fcr die internationalen Teilnehmer soll so eine \u201eVirtuelle IDS\u201c m\u00f6glich sein. Wie sollte eine IDS 2021 Ihrer Meinung nach aussehen? W\u00fcrden Sie mit Ihrem Team die IDS besuchen?<\/strong><\/em><\/span><\/p>\n<p><strong>Avgerinos:<\/strong> Ich werde mal offen antworten und kein Blatt vor den Mund nehmen: Es ist f\u00fcr mich v\u00f6llig inakzeptabel, dass seitens der Koelnmesse GmbH, des VDDI e.V. und der GFDI kein Konzept existiert, das eine Durchf\u00fchrbarkeit der Messe mit einer an die Pandemielage angepassten Form gew\u00e4hrleistet. Die Voraussetzungen sind doch klar: Eine IDS, wie wir sie kannten, vor allem mit dem Gedr\u00e4nge tausender Menschen aus aller Welt am Samstag oder Mittwoch- und Freitagnachmittag, wird es 2021 und meiner Meinung nach auch 2023 nicht geben. Das mag vielleicht auf den ersten Blick wie eine Katastrophe klingen, aber ist es nicht auch eine Gelegenheit, mal \u201eout of the box\u201c zu denken und die Chancen in dieser Krise zu sehen? War die Maschine nicht auch in diesem Bereich hei\u00df gelaufen? Ist es wirklich zielf\u00fchrend f\u00fcr Aussteller und fachlich interessierte Besucher, wenn sich gesch\u00e4tzte 60% ZFAs auf der Jagd nach Giveaways und Tickets f\u00fcr die diversen IDS-Aftershowparties durch G\u00e4nge und St\u00e4nde dr\u00e4ngeln?<\/p>\n<p>Sch\u00f6n, dass der Veranstalter zuletzt verlauten lie\u00df, eine Hybrid-L\u00f6sung anstreben zu wollen. Wahrscheinlich erwartet man f\u00fcr diesen Geistesblitz noch einen Innovationspreis. Im M\u00e4rz 2020 h\u00e4tte ich bei der Verleihung noch applaudiert. Ende September muss ich mich allerdings fragen, ob die Verantwortlichen die letzten Monate im Urlaub und g\u00e4nzlich abgeschnitten vom Weltgeschehen verbracht haben.<\/p>\n<p>Selbstverst\u00e4ndlich muss es eine Hybridl\u00f6sung geben. Pr\u00e4senzveranstaltung und virtuelle Angebote in variabel anpassbarer Analogie. Vor Ort m\u00fcssen z.B. in den G\u00e4ngen Mindestabst\u00e4nde eingehalten werden k\u00f6nnen und die Nachverfolgbarkeit muss gew\u00e4hrleistet sein. Hierf\u00fcr sind auch elektronische Trackingverfahren denkbar. Die Verwendung von Mund-Nasen-Schutz sollte, au\u00dfer sitzend am Tisch in den Restaurant-Bereichen, selbstverst\u00e4ndlich sein. Essen und Trinken to go und an den St\u00e4nden ist nicht m\u00f6glich.<\/p>\n<p>Mit rund 160.000 Besuchern in f\u00fcnf Tagen ist das nicht realisierbar. Aus meinen Erfahrungen im Sportbereich wird man mit einem vern\u00fcnftigen und genehmigungsf\u00e4higen Konzept zwischen 20.000 und 60.000 Teilnehmer in die Deutzer Messehallen lassen k\u00f6nnen \u2013 m\u00f6glichst gleichm\u00e4\u00dfig \u00fcber die gesamte Messedauer verteilt und unter strikter Umsetzung des Konzeptes. Auf die Ein- und Ausg\u00e4nge muss besonders geachtet werden, da hier erfahrungsgem\u00e4\u00df am ehesten Personenansammlungen zu erwarten sind.<\/p>\n<p>Das ist alles nicht neu und es gibt f\u00fcr alles L\u00f6sungen, aber man muss handeln \u2013 und das schnell. Die Absagen, die schon zu verzeichnen sind, h\u00e4tten zumindest zum Teil vermieden werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Entschlie\u00dft man sich letztendlich, ein Hybrid-Modell umzusetzen, muss dies dynamisch anpassbar sein und s\u00e4mtliche Szenarien abdecken. Wir wissen nicht, wie die Pandemielage sich Anfang M\u00e4rz kommenden Jahres entwickeln wird.<\/p>\n<p>Ich pers\u00f6nlich w\u00fcrde dann die IDS mit meiner Praxis besuchen, schon alleine um ein Signal zu setzen, dass sich eine \u201eNormalit\u00e4t\u201c mit SARS-COV-2 umsetzen l\u00e4sst, solange wir verantwortungsvoll und besonnen handeln.<\/p>\n<p><span style=\"color: #61003a;\"><em><strong>\u201eNebenbei\u201c sind Sie Pr\u00e4sident eines Profi-Eishockey-Teams, den F\u00fcchsen Duisburg. Auch Profisportvereine leiden unter der aktuellen Situation \u2013 wie wird sich die kommende Saison entwickeln?<\/strong><\/em><\/span><\/p>\n<p><strong>Avgerinos:<\/strong> Nett, dass Sie das ansprechen. Ich h\u00e4tte gehofft, dieser Kelch geht an mir vorbei. Ich formuliere das mal vorsichtig.<\/p>\n<p>Ja, Profisportvereine leiden unter COVID-19, aber sie leiden noch viel mehr unter der Lethargie und Inkompetenz vieler Entscheidungstr\u00e4ger. Mehr als sechs Monate nach Abbruch des Ligabetriebes im M\u00e4rz 2020 ist so gut wie nichts geregelt. Man wartet h\u00e4nderingend auf L\u00f6sungen von au\u00dfen. Die Impfung, den Wecker, um aus dem b\u00f6sen Traum zu erwachen, oder, wenn alle Stricke rei\u00dfen, staatliche Hilfen.<\/p>\n<p>Die Politik w\u00fcrde das Gesch\u00e4ftsmodell der Deutschen Eishockeyliga zerst\u00f6ren, musste ich vor ein paar Tagen lesen. Ein Konstrukt, das sich als Hobby einiger weniger M\u00e4zene darstellt, und das schon seit Jahren sich jeder betriebswirtschaftlichen Sinnhaftigkeit entzieht. Selbst in der Oberliga (3. Liga) sind eine Vielzahl der Spieler Profis und verlassen sich bis zum heutigen Tag darauf, dass alles gut gehen wird. Ich dr\u00fccke die Daumen und hoffe, dass die Hilfsgelder flie\u00dfen werden, auch unter \u201eUmgehung\u201c der im Hilfspaket erw\u00e4hnten EU-Richtlinie, wonach zum 31.12.2019 in der Bilanz keine finanziellen Schwierigkeiten vorliegen d\u00fcrfen.<\/p>\n<p>Wir haben in Duisburg fr\u00fch die Rei\u00dfleine gezogen und haben aufgrund der absehbaren finanziellen Risiken durch fehlende Zuschauereinnahmen und dem Abbruchrisiko unsere Meldeunterlagen f\u00fcr die Oberliga nicht abgegeben. Wir starten am 6.11. eine Division tiefer in der Regionalliga, und haben daf\u00fcr gesorgt, dass alle Spieler unseres Kaders ihren Lebensunterhalt au\u00dferhalb des Eishockeysports verdienen und krisensicher durch diese schwierige Zeit kommen. Das Saisonziel ist die Meisterschaft und die sportliche Qualifikation f\u00fcr die Oberliga, in der wir \u00fcbrigens weiterhin ohne Profis im herk\u00f6mmlichen Sinn spielen werden.<\/p>\n<p><span style=\"color: #61003a;\"><em><strong>Und schlie\u00dflich: Der Blick in die Glaskugel. Aus Ihrer Perspektive als Mitglied des Krisenstabs: Wie werden \u201ewir\u201c durch die Wintermonate kommen, wie wird sich 2021 f\u00fcr die Praxen entwickeln, welche Weichen wird die Politik (noch) stellen m\u00fcssen und welche Auswirkungen kann und wird dies auf uns als Gesellschaft nach Ihrem Daf\u00fcrhalten haben?<\/strong><\/em><\/span><\/p>\n<p><strong>Avgerinos:<\/strong> Ich bin der festen \u00dcberzeugung, dass \u201ewir\u201c \u2013 und damit meine ich Zahn\u00e4rzte, Kieferorthop\u00e4den und Kieferchirurgen \u2013, die besten Voraussetzungen mitbringen, um unbeschadet unser Personal, unsere Patienten und uns gesund durch die Krise zu bringen. Wir sind Profis im Umgang mit pathogenen Mikroorganismen und haben das Wissen, um uns und andere effektiv zu sch\u00fctzen. Von der Politik erwarte ich nur, pragmatisch zu bleiben und mit Augenma\u00df Ma\u00dfnahmen zu steuern, um das Infektionsgeschehen weiterhin kontrollieren zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Unser Berufsstand kann sich am besten selbst helfen, indem wir unser Wissen vertiefen, vorausschauend handeln und auf allen Ebenen untereinander und gegen\u00fcber unseren Patienten ehrlich kommunizieren. Ich wiederhole mich, aber wir leisten einen wichtigen Beitrag f\u00fcr die Erhaltung der allgemeinen Gesundheit der Menschen.<\/p>\n<p>Ich hoffe, dass wir als Gesellschaft mit der Erkenntnis, es gemeinsam geschafft zu haben, aus dieser Krise kommen.<\/p>\n<p>Mich selbst hat dieses Virus geerdet. Ich hatte vor allem in den Wochen des Lockdowns viel Zeit f\u00fcr meine Familie und Zeit zum Nachdenken.<br \/>\nSARS-COV-2 hat einiges aufgedeckt, was vorher schon unrund lief, und uns die Augen daf\u00fcr ge\u00f6ffnet, was ehrlich, sinnvoll und menschlich ist.<\/p>\n<p><span style=\"color: #61003a;\"><strong><em>Vielen Dank, Herr Avgerinos, f\u00fcr dieses interessante, fundierte und offene Gespr\u00e4ch.<\/em><\/strong><\/span><\/p>\n<hr \/>\n<p><strong><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-2669 alignleft\" src=\"https:\/\/ortho-orofacial.com\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/Stavros.png\" alt=\"\" width=\"152\" height=\"175\" \/>Stavros Avgerinos<\/strong><\/p>\n<p>geboren 1970 in Alexandroupolis\/Giechenland, Studium der Zahnmedizin an der Julius-Maximillian-Universit\u00e4t W\u00fcrzburg, seit 1998 niedergelassen und Praxisinhaber in Oberhausen\/NRW, seit 2009 Firmengr\u00fcnder und CEO der Intrasmile Ltd. Group of Companies<\/p>\n<p>Berufliche Fortbildung: offiziell zertifizierter Teamdentist durch die international academy of sports dentistry \/ weitere T\u00e4tigkeitsschwerpunkte: Traumatologie, Parodontologie, Implantologie \/ Mitglied in Fachgesellschaften: DGSZM (Deutsche Gesellschaft f\u00fcr Sportzahnmedizin), IASD (IAcademy of Sports Dentistry), DGZI (Deutsche Gesellschaft f\u00fcr Zahn\u00e4rztliche Implantologie, EA4SD (European Academy for Sports Dentistry) u.a.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit: Gr\u00fcndungsmitglied und Ehrenpr\u00e4sident der Deutschen Gesellschaft f\u00fcr Sportzahnmedizin (DGSZM), Vorstandsvorsitzender des Eissportvereins Duisburg e.V. (Die F\u00fcchse), Verbandszahnarzt des AFCV-NRW und in der Medizinkommission des AFVD (American Football) \/ Profisportbetreuung: seit 2007 zahnmedizinische Betreuung von Profisportlern in den Sportarten Boxen, Fu\u00dfball, Eishockey, MMA, Triathlon, American Football, Bogenschie\u00dfen, Tennis, Golf, Downhill MTB u.v.a.<\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>Bildnachweis<\/strong><\/p>\n<p><sup>\u00a9<\/sup> Koelnmesse GmbH, IDS, Harald Fleissner<br \/>\nStavros Avgerinos<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Gespr\u00e4ch mit Stavros Avgerinos (ver\u00f6ffentlicht im ORTHOforum 2020) Die Pandemie beherrscht die Situation in unserem Land seit \u00fcber einem halben Jahr. War die erste Phase noch durch Schock, Sorge und vielleicht auch Aktionismus gepr\u00e4gt, findet sich unser Land nun in einer \u201eneuen Normalit\u00e4t\u201c wieder. Diese betrifft auch das \u201eMekka\u201c der Dentalindustrie, die IDS. 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