{"id":804,"date":"2019-04-30T13:52:15","date_gmt":"2019-04-30T13:52:15","guid":{"rendered":"https:\/\/ortho-orofacial.com\/auf-ein-wort-mit-prof-dr-dr-collin-jacobs\/"},"modified":"2019-05-15T11:02:24","modified_gmt":"2019-05-15T11:02:24","slug":"auf-ein-wort-mit-prof-dr-dr-collin-jacobs","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ortho-orofacial.com\/en\/auf-ein-wort-mit-prof-dr-dr-collin-jacobs\/","title":{"rendered":"Auf ein Wort mit &#8230;  Prof. Dr. Dr. Collin Jacobs"},"content":{"rendered":"<h4>Prof. Dr. Dr. Collin Jacobs wurde im Juli 2018 zum Professor f\u00fcr Kieferorthop\u00e4die am Universit\u00e4tsklinikum Jena berufen. Er ist approbierter Mediziner, Zahnmediziner und Fachzahnarzt f\u00fcr Kieferorthop\u00e4die.<\/h4>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Sein Weg f\u00fchrte Professor Jacobs \u00fcber die Universit\u00e4tskliniken in D\u00fcsseldorf, M\u00fcnchen, G\u00f6ttingen und Mainz nun nach Jena. Seine Schwerpunkte sind die klinische Forschung sowie die Zusammenarbeit der zahn-\/medizinischen Disziplinen. F\u00fcr <strong>ORTHO<\/strong> <em>orofacial<\/em> beantwortete Prof. Jacobs zehn Monate nach seinem Wechsel nach Jena einige Fragen.<\/p>\n<p><strong>ORTHO <\/strong><em>orofacial: Lieber Herr Professor Jacobs, Sie sind seit nun knapp einem Jahr Professor f\u00fcr Kieferorthop\u00e4die am Universit\u00e4tsklinikum Jena. Sie waren angetreten mit der Idee, interdisziplin\u00e4re Behandlungskonzepte noch besser zu implementieren. Was konnten Sie bereits umsetzen \/ was ist seither entstanden bzw. am entstehen? Gibt es bereits interdisziplin\u00e4re Projekte in Jena?<\/em><\/p>\n<p><strong>Prof. Dr. Dr. Collin Jacobs:<\/strong> Wie im Flug ist nun schon fast ein Jahr vergangen und ich bin mehr als zufrieden mit der Entwicklung unserer Poliklinik. Gemeinsam mit den anderen Disziplinen konnten wir interdisziplin\u00e4re Projekte in den Bereichen Behandlung, Forschung und Lehre etablieren. Interdisziplin\u00e4re Behandlungskonzepte starten am Universit\u00e4tsklinikum Jena nun schon in einer gemeinsamen Diagnostik und Planung der Patienten vor Beginn der Therapie. Dies betrifft sowohl die kieferorthop\u00e4disch-kieferchirurgischen F\u00e4lle als auch die pr\u00e4- und post-implantologischen Behandlungen. Besonders in der Behandlung erwachsener Patienten spielen die kieferorthop\u00e4disch-parodontologische Planungen eine gro\u00dfe Rolle. Ebenso die gemeinsamen Konzepte mit der Zahnerhaltung und Prothetik.<\/p>\n<p>Die Integration der Kinderzahnheilkunde in die Poliklinik der Kieferorthop\u00e4die hat die gemeinsame Beratung und Behandlung der ganz jungen Patienten optimiert. Kurze Dienstwege und der direkte Kontakt zu den verschiedenen Disziplinen erm\u00f6glichen nun eine moderne, patientenorientierte Zahnmedizin.<\/p>\n<p><em>Das klingt tats\u00e4chlich nach zahlreichen Neuerungen, die den interdisziplin\u00e4ren Behandlungsansatz \u201eleben\u201c. Weshalb ist Ihnen der Austausch unter den zahn-\/medizinischen Disziplinen so wichtig?<\/em><\/p>\n<p><strong>Professor Jacobs:<\/strong> Hinsichtlich der Patientenversorgung ist auch nach der gemeinsamen Planung ein regelm\u00e4\u00dfiger Austausch unter den zahn\/-medizinischen Disziplinen sehr wichtig. Nur so k\u00f6nnen Behandlungsverlauf, Fortschritte und auch m\u00f6gliche Komplikationen gemeinsam verfolgt und gel\u00f6st werden. Ebenso spielt der Austausch eine gro\u00dfe Rolle f\u00fcr die Etablierung einer interdisziplin\u00e4r gepr\u00e4gten, interaktiven Lehre f\u00fcr die Studenten. Die Studenten lernen, den Patienten aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten und interdisziplin\u00e4re Konzepte zu erarbeiten. Der Begriff des \u201ebrain stormings\u201c spielt hier eine gro\u00dfe Rolle.<\/p>\n<p>Ein weiterer Aspekt liegt in der gemeinsamen Forschung. Sowohl im Bereich der Grundlagenforschung als auch in der klinischen Forschung ist der Austausch und die Nutzung des gemeinsamen \u201eKnow-hows\u201c hilfreich, um Synergien zu schaffen und Kompetenz zu b\u00fcndeln.<\/p>\n<p><em>Ihre Forschungsschwerpunkte lagen auf pharmakologischen, zellbiologischen und immunologischen Aspekten von Knochenerneuerung und Gef\u00e4\u00dfneubildung. Lassen Sie uns ein bisschen in die Zukunft blicken: Wie ist hier der Stand der Dinge, und wo wird die Reise in diesem Bereich hingehen?<\/em><\/p>\n<p><strong>Professor Jacobs:<\/strong> Wir erforschen die orthodontische Zahnbewegung auf Zellebene, um die molekularen Mechanismen der Zahnbewegung zu analysieren. Wichtige Aspekte stellen die entz\u00fcndlichen Prozesse, die Gef\u00e4\u00dfneubildung und der Stoffwechsel der Parodontal- und Knochenzellen dar. Unser Ziel ist es, die Kommunikation der Zellen untereinander und die hierf\u00fcr relevanten Botenstoffe der Zahnbewegung besser zu verstehen. Aufgrund der steigenden Anzahl erwachsener Patienten im Fach Kieferorthop\u00e4die interessiert uns der Einfluss von Allgemeinerkrankungen und Medikamenten auf den Zellstoffwechsel und deren Wechselwirkungen mit der mechanischen Belastung der Zahnbewegung.<\/p>\n<p>Im Rahmen der translatorischen Forschung gilt es, diese Erkenntnisse aus der Grundlagenforschung auf klinische Behandlungsschemata zu \u00fcbertragen. Die Beschleunigung der Zahnbewegung und die Minimierung von Risiken wie Wurzelresorptionen stellen hier w\u00fcnschenswerte Ziele dar. Die Anpassung der Behandlungssystematik aufgrund m\u00f6glicher Allgemeinerkrankungen oder Medikamenteneinnahme beschreibt einen weiteren Aspekt der translatorischen Forschung.<\/p>\n<p>Klinische Studien sind von enormer Wichtigkeit, um den Einfluss der kieferorthop\u00e4dischen Behandlung auf den Zahnerhalt, die Gesundheit des Parodontiums und die Kaufunktion zu belegen. Der Fokus unseres Faches sollte zuk\u00fcnftig wieder mehr auf der medizinischen Notwendigkeit zur Behandlung von Fehlfunktionen als auf der Erlangung einer verbesserten \u00c4sthetik liegen.<\/p>\n<p><em>Erlauben Sie uns noch einen Blick in die Glaskugel: Was werden Ihrer Meinung nach die bedeutendsten Meilensteine moderner Kieferorthop\u00e4die sein? Wohin wird sich die Kieferorthop\u00e4die als Fach entwickeln?<\/em><\/p>\n<p><strong>Professor Jacobs: <\/strong>Die Digitalisierung wird unser Fach sehr beeinflussen und verschiedene Abl\u00e4ufe grundlegend ver\u00e4ndern. Vieles wie das Erstellen von digitalen Abformungen und Modellen, aber auch die Planung und Herstellung Kieferorthop\u00e4discher Apparaturen haben sich schon jetzt grundlegend ver\u00e4ndert. Als aktuelles Beispiel sei hier die Aligner-Technik genannt. Unser Ziel sollte es zuk\u00fcnftig sein, die klassische fundierte Diagnostik und die medizinische Betreuung der Behandlung mit der modernen digitalen Technik zu kombinieren. Hierf\u00fcr ist es ma\u00dfgeblich entscheidend, dass die Planung und Behandlung in \u00e4rztlicher Hand bleiben.<\/p>\n<p><em>Herzlichen Dank, lieber Herr Professor Jacobs, f\u00fcr dieses interessante und offene Gespr\u00e4ch!<\/em><\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>Bildnachweis<\/strong><\/p>\n<p>saiko3p<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Prof. Dr. Dr. Collin Jacobs wurde im Juli 2018 zum Professor f\u00fcr Kieferorthop\u00e4die am Universit\u00e4tsklinikum Jena berufen. 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